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Bio-Korb

 

Hintergrund (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Regionale Vertragslandwirtschaft (RVL) basiert auf einer direkten Partnerschaft zwischen Landwirten und Konsumenten. RVL-Initiativen in der Form von Vereinsnetzwerken und lokalen Genossenschaften haben sich in den letzten 30 Jahren vor allem in der Westschweiz entwickelt. Dabei werden die Konsumierenden im Abonnement mit Nahrungsmitteln aus der regionalen Landwirtschaft versorgt, wobei Preise, Qualität und Quantität im Vorfeld geregelt sind. Das Ziel des Projekts ist es, die Funktionsweise dieser Netzwerke und die Auswirkungen auf den Alltag von Konsumenten und Produzenten in der Schweiz besser zu verstehen.

Ziel

Die gemeinschaftlichen Projekte der regionalen Vertragslandwirtschaft ermöglichen eine lokale Versorgung mit Nahrungsmitteln und basieren auf Prinzipien der Nachhaltigkeit, der Solidarität und der Mitbestimmung. Die Studie untersucht anhand von drei vertieften Fallbeispielen die Funktionsweise solcher Netzwerke. Von Interesse sind dabei insbesondere potentielle Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten und der landwirtschaftlichen Praxis. Um die Eigenheiten dieses Systems besser verstehen zu können, werden in einem ersten Schritt die Gründung und Organisation von RVL-Initiativen untersucht. Anschliessend analysiert das Projekt mögliche Auswirkungen auf die Ernährungsgewohnheiten von beteiligten Konsumenten, wobei vor allem Aspekte der Gesundheit sowie der Nachhaltigkeit im Zentrum des Interesses stehen. Schliesslich wird die Perspektive der Produzenten untersucht und den Fragen nachgegangen, wie sich das RVL-System auf ökologische, ökonomische sowie gesellschaftliche Aspekte auswirkt.

Bedeutung

In einer verständnisorientierten, ethnografischen und übergreifenden Perspektive versucht dieses Projekt deutlich zu machen, wie sich die verschiedenen Akteure – sowohl auf Seiten der Konsumierenden, als auch auf Seiten der Produzierenden – in diese spezifischen Vorhaben einbringen und welchen Sinn sie in ihrem Handeln sehen. Es geht darum herauszufinden, wie verschiedene Anforderungen an das Ernährungsverhalten und Verpflichtungen zu einer nachhaltige(re)n Landwirtschaft auf kreative und innovative Weise integriert, angepasst und weiterverbreitet werden können.

Originaltitel

Alternative agro-food networks: innovative integration of sustainable eating habits and food production?

Projektleitung

  • Prof. Dr. Marion Fresia, Universität Neuenburg
  • Prof. Jérémie Forney, Berner Fachhochschule
  • Dr. Julien Vuilleumier, Universität Neuenburg

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Marion Fresia Institut d’ethnologie Universität Neuenburg Rue Saint-Nicolas 4 2000 Neuenburg +41 32 718 17 10 marion.fresia@unine.ch